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drahdiwaberl
WELTREVOLTION
Der Drahdiwaberl-Film

Hunderte VHS-Cassetten, Filmrollen und Video-Mitschnitte, abgelehnte Förderanträge, immer neue Anläufe – die Geschichte von „Weltrevolution“ ist die Geschichte einer Idee, die es von der obsessiven Vision letztlich doch zum finalen Celluloid geschafft hat... Eventuell handelt es sich um das bewegendste Kinoereignis des Jahres. Mit Sicherheit aber um das exzessivste.

„Weltrevolution“ ist ein Film mit und über Drahdiwaberl. Und ihren Begründer, Hauptdarsteller, Spiritus Rector und Sänger Stefan Weber. Anno 1969 in Wien gegründet und bis heute existent, hat sich die Schock-/Rock-/Anarcho-Musikgruppe längst Kult- und Legendenstatus erspielt. Vom ehemaligen Bandmitglied Falco bis hin zum No.1-Hit „Lonely“ (gemeinsam mit Lukas Resetarits), vom ersten Album „Psychoterror“ (1981) bis zu Gerichtsprozessen wegen Obszönität, Verunglimpfung religiöser Symbole und öffentlichen Gebrauchs von Schusswaffen hat Drahdiwaberl einige Einträge im Klassenbuch österreichischer Populärkultur. Und nun ein offiziöses Filmdokument, das diese Historie grell bebildert. Beim Filmfestival in Rotterdam hatte „Weltrevolution“ im Jänner 2008 Weltpremiere. „It has driven everything God forbade to the musical and theatrical limits“, so ein markanter Satz aus dem Pressetext.

„Ein Grunzer aus dem Graberl - Drahdiwaberl!“ lautet – ähnlich trefflich – einer der Sprüche, mit denen die Rock-Schock-Politguerillatruppe seit Ende der sechziger Jahre für Aufhorchen sorgt. Und für den einen oder anderen Mulatschag. Die Wurzeln liegen im Geist der Studentenrevolte, der außerparlamentarischen Opposition und des Wiener Aktionismus. Wegen ihrer nicht jugendfreien Bühnenshows und subversiven Radikalität waren Drahdiwaberl bald führende Exponenten der lokalen Subkultur.

Knapp vierzig Jahre und eine Handvoll Skandale später sind die Idee, der Unterhaltungswert und der Live-Aktionismus der Band immer noch nicht begraben. Im Gegenteil: Weltrevolution, eine mehr oder minder chronologische Dokumentation über den Werdegang, die unzähligen Akteure und die Ideologie der Drahdiwaberl, ist wie gehabt anarchisch, anarchistisch, grell, laut, geschmacklos, obszön, amüsant und definitiv politisch unkorrekt. Dass Stefan Weber anno 2005 das silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien und der „Amadeus“ für sein Lebenswerk verliehen wurden, muss als konterrevolutionärer Ausrutscher in einer sonst makellosen Biographie betrachtet werden.

„Der Film ist auch ein Stück Zeitgeschichte“, so Produzent und Regisseur Klaus Hundsbichler, „da immer wieder Bezug auf politische und kulturelle Ereignisse der letzten fünfzig Jahre genommen wird. Ein ganz normaler Tag im Leben Stefan Webers dient dabei als Rahmenhandlung.“ Das klingt harmlos. Naturgemäß kann der Alltag eines Revolutionärs aber nicht mit kleinbürgerlichen Maßstäben gemessen werden: dieser Film ist eine wüste Collage aus authentischen Dokumenten, historischen Einschüben und skurril-comichaften Spielszenen. „Weltrevolution“ – ein Machwerk im besten Sinn. Und damit ein Muss für jeden Drahdiwaberl-Fan.

Dass der ehemalige Mittelschulprofessor für Zeichnen und Werken seit einigen Jahren an Parkinson erkrankt ist, tut dem revolutionären Enthusiasmus keinen Abbruch. „Die Knochen werden brüchig, aber man lernt damit umzugehen“, so Stefan Weber zum Status Quo anno 2008. „Früher bin ich Vollgas auf die Bühne geprescht, ohne Rücksicht auf Verluste und hab Purzelbäume geschlagen. Kleine Platzwunden oder geprellte Rippen waren da keine Seltenheit. Jetzt ist man halt schon sehr vorsichtig, dass man sich nix bricht. Das bemerkt man dann vielleicht auch bei der Show, aber die Menschen verzeihen mir das. Ich brauch mir auch nix mehr zu beweisen, ich hab’ schon so viele Exzesse geliefert, das wird dann schon akzeptiert.“

In der Tat: das wird akzeptiert. Die Weltrevolution – der Traum, ein Leben. Nun: der Film. Respekt! Aber ja nicht zuviel davon: Respektlosigkeit war und ist der Treibstoff der Drahdiwaberl. Und wird es immer sein.

(Text: Walter Gröbchen)
Kinostart: 9. Mai 2008




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WELTREVOLUTION
aka: Die letzte Ölung
von Klaus Hundsbichler

Musikfilm
A 2008, 91 min.
Drehbuch: Stefan Weber, Michael Sprenger, Klaus Hundsbichler
Kamera: Hannes Drapal, Klaus Hundsbichler
Schnitt: Klaus Hundsbichler, Susanne Nowotny, Christine Öllinger
Produzenten: Klaus Hundsbichler

mit Stefan Weber, Drahdiwaberl

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PRESSEMAPPE
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offizielle Filmseite
Drahdiwaberl in Wikipedia
Interview mit Regisseur Klaus Hundsbichler

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Verleih:
Filmladen
Marketing/Kooperation:
Michaela Englert
Pressebetreuung:
apomat* büro für kommunikation

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Kontakt:
Walter Gröbchen