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danko Jones

DANKO JONES - "Below The Belt"

Danko Jones, 1996:
"I got a white Cadillac...I keep the back seat for lovin“
Danko Jones, 2010:
“I can screw your girl in the back of my Cadillac”


Wenn man nach den oben stehenden Zitaten geht, könnte man meinen Danko Jones hätte sich im letzten Jahrzehnt nicht verändert. Die Wahrheit aber ist, dass Danko Jones seit 1996 einen weiten Weg gegangen ist – und damit sind nicht nur seine Flugmeilen gemeint, die sich durch seine Tourneen in alle Ecken der Welt angesammelt haben.

Vor vierzehn Jahren war Danko Jones ein hungriger Löwe, der versuchte sich aus Torontos träger Indie-Szene zu befreien. Heute ist er ein erfahrenes Biest, das regelmäßig die Bühne mit Größen wie Axl Rose und Lemmy Kilmister teilt. Danko Jones hat sich in Europa in den Charts etabliert und ihm wurden Titel wie „Spoken Word Artist“, „Music-magazine Columnist“ und „Internationally Syndicated Radio Host“ verliehen, die gut zu seinem Repertoire an Decknamen (The Mango Kid, Dr. Evening, The Brown Panther) passen.

Erreicht hat Danko Jones das alles durch die Treue zu seinem simplen Credo: „Don’t fuck with the formula“ – diese Formel besteht aus Dankos „Thick Lizzy Riffs“, den schrammenden Post-Hardcore Bässen von JC und den brutal-präzisen Schlägen von Dan Cornelius. All das formt einen arroganten Soundtrack, der einzigartig und entschlossen von der Front des Geschlechterkrieges berichtet. So lange Männer mit ihrem Schwanz statt mit ihrem Hirn denken und so lange schöne Frauen die Macht haben Männer zu sabbernden, abartigen, irrationalen Idioten zu reduzieren, so lange werden Danko Jones Platten wie Danko Jones Platten klingen. Und wir wissen alle, dass sich das so bald nicht ändern wird.

Da stehen wir also: „Below the Belt“ – der Ort, aus dem der beste Rock’n’Roll stammt und die Region, wo euch diese elf Songs treffen werden. Die Stadion füllenden Sing-Alongs von „Never Too Loud“ aus dem Jahre 2008 ließen vermuten, dass Danko, JC und Dan gemächlich zu einer der konstantesten und verlässlichsten Rock Bands seit AC/DC und Motörhead herangewachsen wären. In „Below The Belt“ klingen sie jedoch wieder mehr wie das kraftvolle, hungrige Trio, das 1999 zunächst national, in Kanada, mit der „My Love Is Bold“ EP den Durchbruch schaffte und damals schon die ersten Andeutungen lieferte, dass sie die Fähigkeiten besitzen auch weltweit bekannt zu werden. Das das erste Riff von „Like Dynamite“ die EP-Single „Bounce“ wiederhallen lässt, mit der Danko Jones der Durchbruch gelang, ist lediglich ein oberflächiger Hinweis auf die Back-to-Basics Absicht, die die Band mit „Below The Belt“ eigentlich hat. Den wahren Beweis hört man in der Art wie Danko Jones ihr jetzt fein geschliffenes, melodisches Feingefühl für eine ruhlose, bruchstückhafte Energie einsetzt, die vor allem die frühen Jahre der Band bestimmten und in Power-Pop Knockouts wie „Active Volcanoes“ (ein Schnitt aus den Lenden von Dankos All-time Favorite, dem Song von KISS „Love Her All I Can“), und den in Zucker und Schokolade getauchten Song „(I Can’t Handle) Moderation“ resultierten.

Aber so sehr „Below The Belt“ den klassischen Sound von Danko Jones einfängt, so ist es zugleich eine Weiterentwicklung. In früheren Set-List Standards, wie „Suicide Women“ and „Love Is Unkind“, stellt sich Danko gerne als Opfer dar, indem er sein schwer gebrochenes Herz ausschüttete, so dass andere von ihm lernen können und nicht die selben Fehler machen. Aber in „Below The Belt“ hat sich das Blatt gewendet und Danko lacht als Letzter. Ob als der, der seine nörgelnde, frigide Geliebte verlässt („I Wanna Break Up With You“), als der, der die Trennungsstimmung genießt, wenn die Ex einsieht, dass sie falsch gelegen hat („Apology Accepted“) oder als der, der sie verspottet wenn sie ihr gutes Aussehen verliert („The Sore Loser“).

Jetzt könnten so manche denken dieses Verhalten wäre zynisch und brutal oder gar frauenfeindlich, aber Danko spricht nur für alle, die ihr Herz hoffnungslos an jemanden verloren haben, der diese Gefühle nicht genauso erwidert. Und genau darin sieht er seine eigentliche Aufgabe – es geht nicht darum Rock’n’Roll-Sänger, Gast im Radio oder Autor in einem Magazin zu sein; sein Job ist es die Dinge auszusprechen, die in euren Köpfen sind, aber die ihr zu ängstlich seid zuzugeben – mit anderen Worten, seine Aufgabe ist es das Unmögliche möglich erscheinen zu lassen. Es ist genauso wenn Danko mit Lemmy auf der Bühne steht und „Killed by Death“ singt – er lebt die Fantasie jedes Kindes aus, das irgendwann einmal in seinem Zimmer mit einem Tennisschläger herum gesprungen ist und vor Rockstar-Postern performt hat. Für Danko Jones ist der wahre Erfolg weder in verkauften CD’s, in ausverkauften Tourneen, noch in Werbeverträgen messbar (obwohl er das alles gerne auf sich nimmt bzw nehmen würde). Nein, Danko Jones weiß, seine Arbeit ist erst in dem Moment getan, wenn ihr euch sicher genug fühlt mit ihm einzustimmen, wenn er singt: „Look who’s smiling – me, motherfucker! And it feels great!“


Das Album "Below The Belt" wird am 14.05.2010 veröffentlicht.



  DANKO JONES -
"Below The Belt"

Label: Bad Taste Records
Vertrieb: soulfood

VÖ : 14.05.2010 (Album)

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12.06.2010 - Novarock, Nickelsdorf

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::Album: "Below The Belt"
::VÖ: 14.05.2010
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Georg Rosa